Rettung vom Hausdach - Übung für den Wasserrettungszug Unterfranken

Veranstalter: Wasserwacht Ortsgruppe Schweinfurt

Angenommen wird eine großflächige Überschwemmung von bewohnten Gebieten. Auf dem Mobile Flood Training Center der Wasserwacht Bayern, einer mobilen Hausattrappe auf einem Floß mitten in der Strömung, sitzen 8 Hausbewohner, welche sich aus der Strömung retten lassen wollen. Dabei ist eine Person von dem eindringenden Wasser überrascht worden und hat sich mehrere Verletzungen bei der Flucht auf das Hausdach zugezogen. Dies ist für die Retter der Wasserwacht auf dem beiden Bootstrupps medizinisch zu meistern. Die Verletzte muss transportstabil gemacht werden und durch die starke Strömung an Land gebracht werden. Die steilen Böschungen erschweren die Rettung. Zwei der Verletzten sind ausländische Mitbürger und sprechen nur griechisch. Die Kommunikation mit den Bootsbesatzungen erweist sich als problematisch, doch die geschulten Wasserretter können mit Freundlichkeit und eindeutigen Zeichen auch diese verängstigten Personen an Land bringen. Amalia Fotopoulou als Mime meinte, "Meine Helfer waren auf mein griechisch nicht gefasst und versuchten mit englisch und spanisch mich von Dach zu retten. Mit freundlichem Lächeln konnten die Wasserretter der Wasserwacht die Kopfplatzwunde versorgen und nach einigen Überzeugungsversuchen auf das Rettungsboot bringen".

Durch die große Angst von zwei weiteren Personen auf dem Hausdach, dass das Haus durch die Flut weggespült werden könnte, springen diese in die reißende Flut und schwimmen den Helfern entgegen. Mit einem geübten Sprung der Wasserretter in die Fluten, springen die Helfer den Personen entgegen und können mit oft geprobten Griffen diese in die Rettungsboote der Wasserwacht bringen und diese wärmeerhaltend ebenfalls an Land zu bringen.

Augrund von Aussagen von Geretteten fehlen aber noch Mitbewohner, welche in einer der bereits unter der Wasseroberfläche befindlichen Wohnungen vermutet werden. Die beiden Tauchtrupps des Wasserrettungszuges Unterfranken werden durch die Einsatzleitung zur Suche in das Haus beordert. Die bereits im Vorfeld unter Wasser angebrachte Tauchpuppe konnte nach eine umfangreichen aber schnellen Tauchsuche gefunden werden.

"Dieses Szenario haben wir zum ersten Mal mit allen Einsatzkräften des gesamten Wasserrettungszuges geübt", sagt Zugführer Edgar Nestmeier, Aub.

Andrea Saemann war als Verletztendarstellerin von der Wasserwacht Miltenberg ebenfalls auf dem Hausdach: "Meine Aufgabe war die Schmerzdarstellung von einem offenen Unterarmbruch und eine große Angst das Haus zu verlassen. Mittels einem Spineboard (einer speziellen schwimmfähigen Schaufeltrage) konnten mich die Wasserretter von dem glitschigen Hausdach in das Rettungsboot transportieren. Anfänglich hatte ich Bedenken in die starke Strömung zu fallen, doch schon zu Beginn merkte ich, dass einfach Profis am Werk waren.

Jürgen Ruß, stellv. Zugführer des WRZ Unterfranken, spricht seinen besonderen Dank an EON Bayern und das Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt aus, für die Unterstützung des Übungsvorhabens.

Noch nach Einbruch der Dunkelheit alle Einheiten die Übung noch ein zweites Mal durchspielen. Gerade durch die geringe Sicht mit Scheinwerfern ist eine Rettung in starker Strömung mit Rettungsbooten ungemein schwieriger. Durch diese spezielle Übung will der Wasserwacht Bezirk Unterfranken die Einsatzkräfte auch auf diesen besonderen Einsatzfall vorbereiten.

Thomas Reinelt, stellv. Vorsitzender des Wasserwacht Bezirkes Unterfranken resümiert: "es gilt den vielen Helfern der Wasserwacht ausdrücklich für ihr hohes Engagement für die Rettung von Verunglückten zu danken. Der hohe Einsatzwert unseres Wasserrettungszuges wurde eindrucksvoll unter Beweis gestellt."

Großer Dank ging auch an die Aktiven der Wasserwacht Ortsgruppe Schweinfurt für die ausgezeichnete Gastfreundschaft.