Dammbruch in Aschaffenburg!
Sa, 27. Sep 2008, Schweinfurt
Veranstalter: Wasserwacht Ortsgruppe Schweinfurt

Durch ergiebige Niederschläge im Raum Aschaffenburg, wurde das ganze Hafengebiet in Aschaffenburg weiträumig überschwemmt. Wegen der großen Zahl Verletzter wurde der gesamte Wasserrettungszug der WASSERWACHT Unterfranken alarmiert!
„Dammbruch 2008“ hatte das Team um Zugführer Jürgen Ruß aus Schweinfurt und Übungsleiter Sven Oster ihr „Drehbuch“ genannt und gleichzeitig fünf Notfallszenarien zusammengebaut um die jährliche Übung für den Wasserrettungszug Unterfranken durchzuführen. Unser Schweinfurter Bootstrupp, Teil des unterfränkischen Wasserrettungszuges, war mit Truppführer Frank Warmuth, Bianca Wylamanski, Marion Warmuth, Alexander Back und Eric Regener dabei.
Eingeschlossene Personen nach dem Einsturz von Fabrikgebäuden, ein Brand an Bord eines Güterschiffes, verlorene Ladung im Hafenbecken, ein eingestürzter Hafenkran und ein versunkenes Auto wurden als einzelne Übungsschwerpunkte zusammengestellt. Um möglichst nahe an realistische Hilfsmaßnahmen zu kommen nahmen neben den Wasserrettern auch mehrere Bereitschaften des BRK Kreisverbandes Aschaffenburg und der Malteser Hilfsdienst teil, die gemeinsam einen Behandlungsplatz aufbauten. Von der Spezialeinheit „Technik und Sicherheit“ aus Großostheim wurde das Gelände zwischen den Hafenbecken für die Erstversorgung vorbereitet. Über Funk geführt wurde die Übung in den Einsatzleitwagen des Roten Kreuzes und der Malteser. Angeschlossen hatte sich auch das Kreisauskunftsbüro, das alle Verletztendaten sammelte und für Suchanfragen aufbereitete. Das THW half bei einer Fahrzeugbergung.
Weit verstreut hatte die Gruppe „Realistische Unfalldarstellung“ die 40 Verletzten im gesamten Hafenbereich. Von überall her kamen Hilferufe. Aus ganz Unterfranken kamen die WASSERWACHT-Einheiten, die Bootstrupps übernahmen die Rettung der Verletzten und Lebensrettende Sofortmaßnahmen, während sich die Tauchtrupps an die Suche nach dem versunkenen Auto machten. Als Test der internationalen Zusammenarbeit beteiligte sich auch eine Wasserrettergruppe des italienischen Roten Kreuzes mit ihren schnellen Jetski-Rettungsfahrzeugen. Bald gab es Gedränge an der Verletztenübergabestelle, wo die Patienten aus den Booten den Landrettungskräften übergeben wurden.
An Land war inzwischen der Behandlungsplatz aufgebaut. Notärzte untersuchten die Patienten und teilten sie in Behandlungskategorien ein. Eine erste medizinische Behandlung erfuhren die Untersuchten danach in den einzelnen Behandlungszelten bevor sie zu den Krankenhäusern abtransportiert wurden. „Ganz bewusst haben wir eine sehr komplexe Übung angesetzt“, erklärte Übungsleiter Sven Oster. „Die Führungsgruppe bei Großschadensereignissen wollte möglichst realistisch die Zusammenarbeit der einzelnen Einheiten üben.“ Erstmals wurde das neue Konzept des Behandlungsplatzes mit dem Durchlauf so vieler Patienten ausprobiert und mehrere Hilfsorganisationen eingebunden. Oster war zufrieden: „Die vielen Stunden der Ausbildung haben sich rentiert, alle Vorgaben wurden erfolgreich umgesetzt.“
„Alle Patienten sind gerettet, ärztlich versorgt und auf dem Weg in die Krankenhäuser!“ Mit dieser Funkdurchsage fiel dem Zugführer des Wasserrettungszuges Unterfranken ein Stein vom Herzen: „Übungsziel erreicht!“